Zum Inhalt springen

SYTO Ratgeber · Telefonanlagen

SIP-Trunk statt ISDN: Umstieg auf moderne Business-Telefonie

Die großen Netzbetreiber haben ihre Netze auf IP-Technik umgestellt. Trotzdem laufen in vielen Betrieben noch Telefonanlagen, Faxgeräte oder Notrufsysteme, die einmal für ISDN gebaut wurden. Ein SIP-Trunk verbindet die Telefonanlage über die Internetleitung mit dem Telefonnetz. Dieser Ratgeber erklärt, was sich dabei ändert, wie viele Sprachkanäle und wie viel Bandbreite Ihr Betrieb braucht und woran Sie vor der Umschaltung denken sollten.

Von SYTO ITLesezeit 8 Minuten

VoIP-Telefon vernetzt mit Cloud, Smartphone, Laptop, Router und Headset als Sinnbild für Business-Telefonie über einen SIP-Trunk

Das Wichtigste auf einen Blick

Sechs Punkte, die jeder Betrieb vor dem Umstieg von ISDN auf einen SIP-Trunk kennen sollte.

  1. Ein SIP-Trunk ist ein Telefonanschluss über das Internet. Er verbindet die Telefonanlage im Betrieb mit dem öffentlichen Telefonnetz und ersetzt die früheren ISDN-Leitungen.
  2. Die Deutsche Telekom hat ihr Netz auf IP-Technik umgestellt. Nach eigenen Angaben betraf das über 24 Millionen Kunden, die Umstellung der Geschäftskunden sollte 2020 abgeschlossen sein.
  3. Ein ISDN-Basisanschluss bietet zwei Sprachkanäle, ein Primärmultiplexanschluss dreißig. Beim SIP-Trunk wird die Zahl der gleichzeitigen Gespräche vereinbart und lässt sich später anpassen.
  4. Ein Gespräch braucht je nach Sprachcodec rund 31 bis 87 Kilobit pro Sekunde in jede Richtung. Wichtiger als die Menge ist eine stabile Leitung, die Sprache Vorrang gibt.
  5. Heikel sind Geräte, die nicht zum Telefonieren da sind: Faxgeräte, ältere EC-Terminals, Alarmanlagen und Aufzugnotrufe. Sie gehören vor dem Umstieg auf eine Liste und werden einzeln geprüft.
  6. Rufnummern lassen sich beim Wechsel in der Regel mitnehmen. Eine Bestandsaufnahme, eine Prüfung der Leitung und ein fester Umschalttermin sorgen dafür, dass der Betrieb erreichbar bleibt.

Was ein SIP-Trunk ist und was sich gegenüber ISDN ändert

Für die Menschen am Telefon ändert sich wenig. Hinter der Anlage dagegen eine Menge, und genau dort entscheidet sich, ob der Umstieg reibungslos läuft.

Grundlagen

Was ist ein SIP-Trunk?

SIP ist das Verfahren, mit dem Telefongespräche über IP-Netze aufgebaut werden. Ein SIP-Trunk bündelt mehrere Sprachkanäle und Rufnummern zu einem Anschluss, den die Telefonanlage über die Internetleitung nutzt.

Vergleich

Was sich gegenüber ISDN ändert

Statt fester Kanäle je Leitung gibt es eine vereinbarte Zahl gleichzeitiger Gespräche. Mehr Kanäle, weitere Rufnummern oder ein zusätzlicher Standort sind dann eine Frage des Vertrags und keine neue Leitung.

Telefonanlage

Welche Anlage dazu passt

Moderne Anlagen sprechen SIP direkt, ob im Betrieb oder als Cloud-Telefonanlage. Ältere ISDN-Anlagen lassen sich über einen Adapter weiter betreiben. Das ist aber meist nur eine Übergangslösung.

Worauf es beim Umstieg ankommt

Die Sprachqualität hängt an der Internetleitung. Gespräche brauchen wenig Bandbreite, reagieren aber empfindlich auf Verzögerungen und Aussetzer. Deshalb gehören zum Umstieg eine Prüfung des Anschlusses und eine Einstellung im Router oder in der Firewall, die Sprache Vorrang gibt.

Genauso wichtig ist die Bestandsaufnahme. Wo hängt noch ein Fax, über welche Leitung meldet sich die Alarmanlage, und wie setzt der Aufzug einen Notruf ab? Solche Geräte laufen über einen SIP-Trunk nicht immer zuverlässig und brauchen eine eigene Lösung, bevor umgeschaltet wird.

Grünes SYTO-Maskottchen telefoniert neben SYTO-Schild und Symbolen für Kommunikation über die Cloud

Belegte Zahlen und Angaben

Die Telekom hat ihr Netz von der alten Technik auf IP umgestellt. Nach Unternehmensangaben betraf die Umstellung über 24 Millionen Kunden, für Geschäftskunden war der Abschluss im Jahr 2020 geplant.
Quelle: Deutsche Telekom, Das ist Sache bei der IP-Umstellung, Meldung vom 5. Februar 2020

Belegte Zahlen und Angaben

Ein Gespräch mit dem Codec G.711 belegt bei 20 Millisekunden Paketlänge rund 87,2 Kilobit pro Sekunde je Richtung im lokalen Netz, mit dem komprimierenden Codec G.729 rund 31,2 Kilobit pro Sekunde.
Quelle: Cisco, Modify Bandwidth Consumption Calculation for Voice Calls, aktualisiert am 11. Dezember 2023

Interaktiver Umstiegsrechner

Wie viele Kanäle und wie viel Bandbreite braucht Ihr SIP-Trunk?

Tragen Sie ein, welche ISDN-Anschlüsse Ihr Betrieb bisher hatte. Der Rechner zeigt die Zahl der Sprachkanäle und die Bandbreite, die Gespräche auf Ihrer Leitung belegen. Ihre Angaben bleiben in Ihrem Browser.

Ihre bisherigen Anschlüsse

Sprachcodec

Ihre Orientierung

Sprachkanäle heute über ISDN
2
Sprachkanäle für den SIP-Trunk
2
Bandbreite für Sprache bei voller Auslastung, je Richtung
174,4 kbit/s

Sie haben heute mehr Kanäle, als gleichzeitig genutzt werden. Beim SIP-Trunk können Sie die Kanalzahl an den echten Bedarf anpassen.

In Spitzenzeiten wird mehr telefoniert, als Ihre ISDN-Kanäle zulassen. Ein SIP-Trunk kann zusätzliche Kanäle bereitstellen, ohne neue Leitung.

Das Ergebnis ist eine Orientierung und ersetzt keine Planung. Preise nennt der Rechner bewusst nicht, weil sie von Anbieter, Kanalzahl und Vertrag abhängen.

So rechnet der Rechner

  • Ein ISDN-Basisanschluss hat zwei Sprachkanäle, ein Primärmultiplexanschluss dreißig.
  • Ohne Angabe zur Spitzenlast übernimmt der Rechner die Zahl Ihrer bisherigen ISDN-Kanäle. Mit Angabe rechnet er mit der Zahl gleichzeitiger Gespräche.
  • Bandbreite je Gespräch und Richtung nach Cisco bei 20 Millisekunden Paketlänge im lokalen Netz: G.711 und G.722 rund 87,2 kbit/s, G.729 rund 31,2 kbit/s. Je nach Anschlussart weichen die Werte leicht ab.
  • Der Wert gilt nur für die Sprache. Die übrige Internetnutzung des Betriebs kommt hinzu und braucht ihre eigene Reserve.

Quelle Bandbreite: Cisco, Modify Bandwidth Consumption Calculation for Voice Calls

Welche Sondergeräte hängen heute an Ihrer Telefonleitung?

Wählen Sie aus, was es in Ihrem Betrieb gibt. Zu jedem Gerät sehen Sie, was vor der Umschaltung zu klären ist.

Keine Sondergeräte gewählt. Prüfen Sie trotzdem einmal, ob wirklich nur Telefone an der Anlage hängen.

  • FaxgerätFax über einen SIP-Trunk ist störanfällig. Zuverlässiger sind Dienste, die Faxe als E-Mail empfangen und versenden, oder ein Faxserver.
  • EC-TerminalÄltere Geräte wählen sich noch über die Telefonleitung ein. Prüfen Sie, ob Ihr Terminal über das Netzwerk arbeiten kann. Sonst steht ein Gerätetausch an.EC-Geräte bei SYTO
  • AlarmanlageViele Alarmanlagen melden sich über ein Wählgerät bei der Leitstelle. Klären Sie mit dem Errichter, ob die Meldung künftig über IP oder Mobilfunk laufen muss.
  • AufzugnotrufDer Notruf im Aufzug muss jederzeit funktionieren, auch bei einem Stromausfall. Klären Sie mit der Aufzugsfirma, wie das Notrufgerät künftig angebunden wird.
Umstieg mit SYTO planen

So begleiten wir Ihren Umstieg von ISDN auf SIP

Ein guter Umstieg fällt im Alltag kaum auf. Mit diesen fünf Schritten bleibt Ihr Betrieb während der Umstellung erreichbar.

  1. Schritt 1

    Bestandsaufnahme

    Wir erfassen Ihre Anschlüsse, Rufnummern, die Telefonanlage und alle Geräte, die heute an der Telefonleitung hängen. So wird nichts vergessen, was nach der Umschaltung fehlen würde.

    Telefonanlagen bei SYTO
  2. Schritt 2

    Leitung prüfen

    Wir prüfen, ob Ihr Internetanschluss genug Reserve für Gespräche bietet, und richten Router oder Firewall so ein, dass Sprache Vorrang hat.

    Netzwerke und Infrastruktur
  3. Schritt 3

    Anlage und Anschluss festlegen

    Gemeinsam entscheiden wir, ob Ihre vorhandene Anlage weiterläuft, eine neue Anlage im Haus sinnvoll ist oder eine Cloud-Telefonanlage besser passt. Danach wird der SIP-Trunk mit der passenden Kanalzahl bestellt.

    SYTO als Telekom Business Partner
  4. Schritt 4

    Umschalten und testen

    Die Rufnummern ziehen zum vereinbarten Termin um. Wir schalten um und prüfen ein- und ausgehende Gespräche sowie alle Sondergeräte, bevor wir die Umstellung abschließen.

  5. Schritt 5

    Begleiten

    Nach dem Umstieg bleiben wir Ansprechpartner für Anlage, Leitung und Störungen, vor Ort oder per Fernwartung.

    Beitrag: Cloud oder klassische Telefonanlage?

Häufige Fragen zum Umstieg von ISDN auf SIP

Kurze, ehrliche Antworten auf die Fragen, die Betriebe uns rund um SIP-Trunk und Telefonie am häufigsten stellen.

Die großen Netzbetreiber haben ihre Netze auf IP-Technik umgestellt, die Telekom nach eigenen Angaben für Geschäftskunden bis 2020. Wo eine ISDN-Anlage heute noch läuft, hängt sie meist an einem Router, der die alte Schnittstelle nachbildet. Das funktioniert, ist aber eine Übergangslösung.

Beim SIP-Trunk steht die Telefonanlage weiter im Betrieb und nutzt den Trunk als Anschluss an das Telefonnetz. Bei einer Cloud-Telefonanlage läuft auch die Anlage selbst im Rechenzentrum des Anbieters. Welche Lösung passt, hängt von Größe, Standorten und vorhandener Technik ab.

In der Regel ja. Rufnummern lassen sich beim Wechsel zu einem neuen Anschluss oder Anbieter mitnehmen. Wichtig ist ein abgestimmter Termin, damit die Nummern ohne längere Unterbrechung erreichbar bleiben.

So viele, wie in Spitzenzeiten gleichzeitig telefoniert wird, eingehend und ausgehend zusammen. Als Ausgangspunkt dient die Zahl der bisherigen ISDN-Kanäle. Eine Auswertung der Telefonanlage zeigt oft, ob weniger reichen oder ob zu Stoßzeiten Kanäle fehlen.

Die Sprache selbst braucht wenig Bandbreite, je nach Codec rund 31 bis 87 Kilobit pro Sekunde je Gespräch und Richtung. Wichtiger sind ein stabiler Upload und eine Einstellung im Router, die Gesprächen Vorrang gibt. Der Rechner in diesem Beitrag hilft bei der ersten Einschätzung.

Fällt die Leitung aus, ist auch der SIP-Trunk nicht erreichbar. Je nach Anbieter lassen sich eingehende Anrufe dann auf Mobilnummern umleiten. Wer ganz sichergehen will, plant eine zweite Leitung, etwa über Mobilfunk, als Rückfallebene.

SYTO IT aus Taunusstein, familiengeführtes IT-Systemhaus seit 2003

Über den Autor

SYTO IT, Ihr Partner für Telefonanlagen und SIP-Anschlüsse

SYTO ist ein familiengeführtes IT-Systemhaus in zweiter Generation und betreut von Taunusstein aus seit 2003 Unternehmen. Telefonanlagen, Cloud-Telefonie und Internetanschlüsse gehören bei uns zum Alltag, als Telekom Business Partner auch die Anschlüsse selbst.

Weil wir Telefonie und Netzwerk aus einer Hand betreuen, planen wir den Umstieg so, dass Ihr Betrieb erreichbar bleibt. Wir richten Anlage, Leitung und Sondergeräte ein, vor Ort oder per Fernwartung.

  • Seit 2003
  • Familienunternehmen
  • Sitz in Taunusstein
  • Vor Ort und per Fernwartung

Planen wir Ihren Umstieg auf SIP

Wir nehmen Ihre bisherige Telefonie auf, prüfen die Leitung und schlagen eine passende Lösung vor, ob mit eigener Anlage oder aus der Cloud. Das Gespräch ist unverbindlich.

Oder rufen Sie uns an: 06128 99 99 080

Der Umstiegsrechner liefert eine Orientierung und ersetzt keine Planung. Preise nennen wir bewusst nicht, weil sie von Anbieter, Kanalzahl und Vertrag abhängen.